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Freitag, 24. September 2010, 22:44

Dolch des Bayerischen Aero Corps

Hallo Forumsmitglieder,

lange war ich nicht hier, dennoch komme ich gern gelegentlich zurück.

Gern würde ich einen recht seltenen Fund hier einmal vorstellen.

Dies ist ein Dolch des Bayerischen Aero Corps. Die Klinge zeigt alte graue Stellen jedoch keinerlei Schärfung. Klingenätzung ähnlich wie bei dem Dolch des preussischen Aero Corps:

klicken

Vollansicht der Terzseite:
1.jpg

Gefäß Terzseite:
2.jpg

Klingenverzierung Terzseite, Albatros
3.jpg

Vollansicht Quartseite:
4.jpg

Gefäß Quartseite
5.jpg

Klingenätzung Rumpler Taube Quartseite:
6.jpg

Griff ist aus Elfenbein, die Waffe zeigt keine Herstellermarkierung. Beschläge aus versilbertem Messing, die Versilberung ist größteinteils verputzt.
Danke fürs Schauen.

Gruß
Flyingdutchman

oops. Bekomme hier keine Absätze hin, mache ich was falsch ? Vielleicht kann mir ein Mod. helfen ? Danke !

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »le Hussard« (25. September 2010, 21:42)


2

Sonntag, 26. September 2010, 15:46

Hallo Fliegender Holländer!!
Du bist zwar etwas seltener im Hause, nichtsdestotrotz dafür erfreust du uns immer wiedermit ausgesuchten Gustostückerln (denke da verzückt an deinen Berndorfer Helm, wenn ich nicht irre....)!!!
Vielleicht gibt es da noch mehr Info zur bajuwarischen Fliegerrei bzw, wo dieser schöne Dolch geführt wurde?
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

3

Sonntag, 26. September 2010, 16:29

Hallo Gerhard,

mein geliebter Berndorfer, mit dem hatt ich a Maschn :-)

Schön Dich hier als Supermod zu sehen, Deine Beiträge verfolge ich immer mit Freuden.

Fälschlicherweise wurden diese Dolche früher durch amerik. Sammler dem Aero Club zugeschrieben, durch die bekannt gewordenen Kleiderordnungen des Clubs gilt dies mittlerweile als falsch.

Aufgrund verschiedener starker Indizien glauben wir, dass diese Dolche von den zivil rekrutierten Fliegern geführt wurden. Denen stand, im Gegensatz zu den Fliegern aus anderen militärischen Einheiten, keine traditionelle Blankwaffe zur Verfügung. Hier eine etwas längere Einführung auf deutsch:
klick

Uns stehen die Listen mit den Namen dieser Männer zur Verfügung. Es handelt sich um eine überschaubare Anzahl von Personen, auch aus Bayern. Entsprechend selten ist dieser Dolch. Ich selbst hätte nicht geglaubt, dass ich jemals einen bayerischen Fliegerdolch zu sehen bekomme, obwohl ich davon ausging, dass es diese Stücke gegeben haben mußte.

Danke fürs Schauen !

Gruß
Hermann

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Flyingdutchman« (26. September 2010, 16:36)


4

Donnerstag, 30. September 2010, 21:56

Hallo an die Forumsmitglieder.

Dieser Dolch ist in der Tat interessant.

Manche wissen, dass ich mich mit Marinedolchen ein wenig beschäftigt habe, genauso mit den Dolchen des Automobil- und sog. Aero-Corps.

Da wir z.Zt. an einem Buch über die Schwerter des Nahen Ostens arbeiten (Wootz, und Schweißverbundstähle), dies unter Mitwirkung eines der führenden deutschen Materialwissenschaftler sowie türkischer, indischer und ägyptischer Fachleute, sind die Marine- Auto- und Aerodolche bei mir ein wenig außer Sicht geraten. Dennoch möchte ich auf dieses Stück hier einmal genauer eingehen, sorry wenn es etwas länger wird.

Einerseits kann es durchaus ein solches Stück real gegeben haben. Andererseits wäre dies wirklich, nun, selten, ein solches Stück nach nahezu 100 Jahren noch zu finden. Es gab relativ wenig bay. Flieger mit dem besonderen, auf unserer Webseite geschilderten Hintergrund !

Nun konnte ich diesen Dolch mit dem auf unserer Webseite abgebildeten preussischen Aero-Korps Dolch, sowie mit dem Reitzenstein-Dolch des bayerischen Automobil-Korps, vergleichen.

Es fällt auf, dass dieser Dolch qualitativ schlechter ist, als die beiden genannten. Die Klingenätzung ist sogar sehr viel schlechter als die des preussischen Dolches.
Originaldolche sind fast immer intern mit einer Stempelung versehen, diese fehlt hier.
Der Lederkorpus der Scheide hier wurde erneuert.
Der Elfenbeingriff hier ist etwas groß, die Griffwicklung ungenau.
Dennoch ist die Parierstange gut gearbeitet, die Krone auch. Beide Teile zeigen Altersspuren. Gleiches gilt für die Scheidenbeschläge und den Tragehaken.

Ein Forumsmitglied machte mich nun per pn darauf aufmerksam, dass es Fälschungen dieser Dolche geben soll, die man an der Lasergravur der Klinge erkennen kann.
Nun ist mein Mitautor Vic Diehl z.Zt. auf der Max Show in den USA. Dort sah er heute mehrere gefälschte Dolche des preussischen Automobilkorps, teilweise in künstlich gealterten Zustand, teilw. nagelneu. Alle hatten flache, undeutliche, maritime (!) Klingenätzungen, jedoch keine Lasergravuren.

Unterstellen wir, dass diese Dolche jetzt nachgebaut werden, so stellt sich die Frage, was es mit dem hier geposteten Stück auf sich hat.

Persönlich habe ich ein etwas unsicheres Gefühl: Fehlende Qualität, fehlende interne Stempelung und die wirklich schlechte Klingenätzung. Die Originalverzierung wurde durch uns in versch. Büchern von Tom Johnson und anderswo veröffentlicht. Hat hier jemand kopiert ?

Über begründete Meinungen würde ich mich freuen.

Besten Dank und sorry für den etwas langen Text.

Gruß
Flyingdutchman

5

Samstag, 2. Oktober 2010, 17:09

Hallo Hermann!
Ein wirklich schwieriges Spezialthema, wo ich nicht wirklich helfen kann, --die Problematik von marriages oder gar Sammleranfertigungen/Fälschungen gerade bei Dolchen (Marine, Projektdolche um 1918, die nicht mehr eingeführt werden konnten--angeblich gegen Ende WK1 produzierte Klingen, die dann im Nachlass eines alten Blankwaffenerzeugers auftauchen uä.) ist mir immerhin nicht unbekannt, wenn ich auch hier da nichts konkret bei diesem Typus berichten kann. Vielleicht handelt es sich aber auch um ein etwas späteres persönliches Erinnerungsstück der Zwischenkriegszeit--das Spektrum ist gross....
Der Griff erscheint auch mir allerdings für ein erstklassig produziertes Stück--wie von dir bemerkt, geringfügig überproportioniert. Immerhin muss man hier auch über derartige Dinge reden können...
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

6

Samstag, 2. Oktober 2010, 17:42

... marriage ist das Stichwort. Ich fürchte hier, die Zierätzung ist eine Nachfertigung. Verglichen mit dem Original ist sie zu unfachmäßig ausgeführt. Die Originalätzung ist in einigen Fachbüchern veröffentlicht worden, eine Vorlage könnte sich ein Fälscher also ziehen.

Mein Mitautor Vic sah übrigens wirklich gut gemachte neue Marinedolchzierätzungen auf der diesjährigen Max Show in den USA. Einige waren auf Nachbauten des Kraftfahrkorpsdolches angebracht. Immerhin gesellt sich zum handw. Geschick nicht immer das geschichtl. Wissen...

Auch hat der indische Produzent der Damastklingen für die offiz. Neuauflage der kaiserl. Marinedolche eines bekannten Herstellers in Deutschl., gerade den Auftrag für 100 Luftwaffe-Schwerter in Arbeit. Das nur nebenbei.

Gruß

Hermann

7

Montag, 4. Oktober 2010, 15:41

Hallo,
vor 14 Tagen wurde mir in Leipzig ein Dolch des freiw..Autmobilkorps angeboten.Dieser Dolch war eine Fälschung,wie der des Aerokorps.Bei Egun sollte man gelegentlich mal reinschauen,denn man nimmt sich auch den Marinedolch vor.
Bei der Feder hat man sich auch keine Mühe gegeben.
Gruß Hans-Jochen

8

Donnerstag, 6. Januar 2011, 21:55

Hallo,

eine Warnung vor vielen Stücken:

http://www.germanautoandaerocorps.com/au…ke-warning.html

Gruß

Flyingdutchman

9

Samstag, 8. Januar 2011, 14:10

Danke, Hermann!!
A.E.I.O.U.